Anja Boto übergibt Susanne Eisenmann den berühmten Streuselkuchen von ihrem Zweitkandidaten, Hans Breitenstein

Kultusministerin Susanne Eisenmann zum Gespräch

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Ich danke Susanne Eisenmann ganz herzlich, dass sie am Freitag, den 20.11.20, auf meine Einladung nach Heidelberg für eine lebhafte, digitale Diskussion mit 70 Schulleitern, Elternbeiräten (EBR) und Schülersprechern gekommen ist.
Viele Themen wurden kontrovers diskutiert, danke an alle für den guten Austausch, den wir definitiv fortsetzen werden. „Ich komme gerne wieder“ freut uns!

Stichworte zu den Antworten auf die im Voraus gebündelten und im Verlauf von den Konferenzteilnehmern finden Sie auf der nächsten Seite.


Maskenpflicht

  • Masken im Unterricht wegen steigender Fallzahlen ein Muss, um Schulen offen zu halten; falls die Zahlen dementsprechend sinken, wird die Maskenpflicht gelockert bzw. angepasst

Diskussion um den Sportunterricht ohne Masken

  • zu großzügig/gefährlich? (Vorwurf einiger TN, dass er auf diese Art erlaubt sei)
  • Generelle Diskussion nach Abwägung: „was lasse ich zu, was nicht?“ (Abwägungsprozess) – grundsätzlich gibt es eine konstante Überprüfung der Situation, um so viel wie möglich zu ermöglichen. 
  • Sportunterricht wird angeboten, da durch fehlendes „sonstiges Angebot“ keine Bewegung möglich ist (wichtig für Kinder und Jugendliche, auch als Ventil etc.) und da bei vielen diese Bewegungsmöglichkeit, mit all ihren Vorteilen, ausgesetzt wäre.
  • Kinderärztin und Kinderbeauftragte bestätigt die Wichtigkeit des Sportunterrichts auch in Bezug auf psychische Probleme und befürwortet aus medizinischer Sicht das Tragen von Masken 
  • Empfehlung: In den Pausen bei gewahrtem Abstand Masken herunter und viel trinken
  • Die momentane Faktenlage gibt ein „Verbot nicht her“ – bei 99% gesunden SuS 

Verlängerung der Weihnachtsferien

  • Verlängerung oder Verschiebung der Weihnachtsferien sind kein neues Thema und werden nicht verändert, da das nur ein weiteres verkomplizierendes Diskussionsobjekt ist; 
  • Ferienregelung bzgl. flexibler Ferientage (Mo/Di vor Weihnachten): Schulträger der  Schulstandorte entscheiden nach Absprache untereinander

Hybridunterricht

  • ist schwierig, sowohl für Eltern („Hilfslehrer“) als auch für (vor allem jüngere) Schüler, Eltern „schätzen“ nun den Beruf Lehrer mehr, Betreuung zu Hause kompliziert;
  • Oft aufgrund von fehlenden Geräten oder der allgemeinen sozialen Situation und  fehlendem Rückhalt für Schüler bei den Eltern gescheitert; 
  • Lehrer bräuchten allgemeinere Richtlinien, bei nicht funktionierendem Online  Unterricht immer erst an Lehrer selbst und/oder Schulleitung wenden;
  • Lernerfolg sinkt im Onlineunterricht wegen der Notwendigkeit des selbst Strukturieren; deshalb besteht das Bedürfnis, die Schulen so lange wie möglich offen zu halten, mit täglichem Abwägungsprozess der Zahlen und Prognosen 
  • Zudem ist das Homeschooling schwierig für Eltern von sog. systemrelevanten Berufen  („Was passiert mit den Kindern?“) – Organisation einer Betreuung → reelle Probleme der  Schulen 
  • Fallzahlen an Schulen sehr niedrig und in BW kaum Schulen geschlossen oder Schüler in  Quarantäne, (jüngere) Kinder sind weitaus weniger ansteckend

Arbeitsgemeinschaften 

  • Frage nach einer Öffnung jahrgangsübergreifender, relevanter AGs, die einen wichtigen Beitrag leisten (SMW, Sanitäts-AG, etc.) unter Einhaltung der Hygiene-Vorschriften: AGs können erst mit sinkenden Fallzahlen wieder stattfinden, obwohl sie ein wesentlicher Teil der Schulkultur sind 
  • für Musik gilt das gleiche, Klassenstufen können nicht gemischt werden;
  • Eisenmann unterstreicht Wichtigkeit der Chöre, Orchester, aber auch Klassenabschlussfahrten, Landheime etc. mit dem Verweis auf Geduld 

Luftfilter

  • haben keinen Mehrwert für Luftaustausch nach der allgemeinen Expertenmeinung  (Statement des Umweltbundesamtes), Das Kultusministerium orientiert sich an dieser Studie, wenn es um die Anschaffung von Luftfiltergeräten für die Schulen geht, daher wird es vom Land keinen Einstieg in diesen Bereich geben.
  • Beste Strategie weiterhin (Stoß-)Lüften: 20 Minuten Unterricht, 5 Minuten Lüften (Vgl.  Handreichung des Bundes-Umweltamtes), auch wenn die Organisation „nervt“, aber kein Dauerlüften, Lüftungsgeräte höchstens als Ergänzung 
  • Luftfiltergeräte können über das individuelle Schulbudget (Info KM vom 13.11.20) angeschafft werden. Dieses Budget steht den Schulen direkt zur Verfügung und kann nach eigenem Bedarf eingesetzt werden.)

Digitalisierung

  • muss weiter vorangetrieben werden, Digitalpakt (Fond des Bundes, um Schulen finanziell zu unterstützen) muss mit durchdachtem Multimediaplan von den Schulen angefragt werden; diese haben momentan nicht überall Priorität bzw. können aufgrund fehlender Infrastruktur noch nicht umgesetzt werden, weshalb noch viele Gelder übrig sind (es gibt etwa 120.000- € pro Schule über den Schulträger, Schulstandorte machen sich Gedanken/Schulträger verteilen); Medienentwicklungsplan ist notwendig, damit pädagogisch vernünftig gearbeitet wird. Hilfe durch LMZ möglich. 
  • Digitalisierung nicht überall auf dem gleichen Stand und Fachpersonal für IT-Probleme fehlt in HD noch → das Problem sind unterschiedliches Engagement und Bereitschaft sich mit dem Thema auseinanderzusetzen (Lehrer), Mittel um Transparenz und Fachpersonal zu schaffen seien auf dem Weg;
  • Allgemeine Angebote für digitales Lernen (bspw. E-Lizenzen/Apps) müssen vom Kultusministerium entwickelt und abgesegnet werden, enge Absprachen und Abstimmung mit verschiedenen (Schulbuch-)Verlagen/Partnern nötig, bisweilen auch kompliziert, es wird in der Hinsicht noch Zeit benötigt und die Schulen wurden dahingehend auch noch nicht richtig unterstützt; zudem wird „Wertigkeit“ der Angebote überprüft 
  • Elternbeiräte müssen mehr mit eingebunden werden z.B. durch Onlinetools (für bspw. geheime Abstimmungen bei Wahlen). Auch dies benötigt Zeit und ist Datenschutz rechtlich schwierig, rechtl. Grundlagen müssen erfüllt sein.
  • Das Benutzen von Online-Konferenz-Tools aufgrund von Datenschutzauflagen zu Anfang sehr chaotisch (viele Verbote, bspw. Zoom oder Microsoft Teams, das nun wieder in einer Probephase getestet wird), Datenschutz ist in Schulen sehr wichtig, muss aber „Maß und Mitte haben“ (Zitat), MP kritisiert übertriebene Vorsicht, wenn auch indirekt, Auflagen müssen immer eng mit Anbietern abgesprochen und eingehalten werden und Datenschutz-beauftragter muss „durchwinken“. 

Stofflücken/Prüfungen 

  • Stofflücken und die Gefahr einer abgehängten Generation sind stark; Frage nach Strategien des KM. 
  • „Aufholkurse“ o.ä. sind nicht nötig, da der Lehrplan zu 75% aus einem Pflichtteil, dem  Kerncurriculum, besteht und 25% aus dem sog. Schulcurriculum, das evtl. auch wegfallen  kann. Dadurch mehr Spielraum. 
  • Lehrer sind zuversichtlich, den Stoff nachholen zu können mit dem aktuellen Programm,  Lehrer müssen den Stand ihrer Schüler besser erheben und konkret auf Lernlücken  eingehen; 
  • Abschlussprüfungen wurden verlegt, um Schüler zu entlasten, landeseigene Aufgaben  sind konzipiert, „fair und machbar“; es ist wichtig, dass die Prüfungen nicht „geschenkt“ sind, Prüfungen müssten bessere Vergleichbarkeit unter den Ländern bekommen um gleiche Zukunftschancen zu bieten