Vor dem Hintergrund einer landesweit steigenden Maserngefahr durch ungeimpfte Kinder will die CDU Heidelberg die Einführung eines Impfnachweises als Voraussetzung für die Aufnahme von Kindern in städtischen Kitas prüfen, wie dies bereits beispielsweise in Duisburg beschlossen wurde. Das Ziel: Kinder, die aus Altersgründen noch nicht geimpft werden können und solche, die keinen aktiven Impfschutz erhalten können, sollen besser geschützt werden.

„Es ist für uns auf kommunaler Ebene nicht möglich, zu entscheiden, ob die Impfung verpflichtend sein soll oder nicht. Das muss der Bundesgesetzgeber entscheiden. Wir können aber prüfen, wie es vor Ort möglich ist, diejenigen Kinder zu schützen, die durch ungeimpfte Kinder gefährdet würden. Eine Möglichkeit könnte sein, nur noch Kinder mit vorliegendem Impfnachweis in unseren Kitas aufzunehmen. Dafür müssen wir die rechtlichen Voraussetzungen klären“, so der CDU-Kreisvorsitzende und Stadtrat Alexander Föhr. Da sich Impfgegner immer auf die Wahlfreiheit beriefen, müssten sie dann auch die Konsequenzen ihrer Entscheidung tragen. Wer durch seine individuelle Entscheidung andere Kinder gesundheitlich gefährde, solle dafür nicht auch noch die Solidarität der Gesellschaft erwarten, die die Kita-Plätze zu einem Großteil finanziere.

Föhr findet außerdem, dass eine solche Regelung ein wichtiges Zeichen wäre, das von Heidelberg ausgehen müsse. Schließlich sei es ein fatales Signal für die Universitätsstadt, wenn ein Ärzteverein von Heidelberg aus Stimmung gegen das Impfen mache und die Folgen der Erkrankungen herunterspiele. „Dann ist es wichtig, dass wir als Stadtgesellschaft deutlich machen, dass diese Gruppe nicht für Heidelberg steht oder spricht“, so Föhr weiter.

Die Gefahr ist real, da Baden-Württemberg mit einer Masernimpfquote von 89,5% bei der entscheidenden zweiten Impfung Schlusslicht aller Bundesländer ist. Die bundesweite Quote beträgt 92,9%. „Ein umfassender Schutz für Säuglinge im Alter von unter sechs Monaten, Schwangere und Menschen mit angeborenen oder erworbenen (z.B. durch Chemotherapie) Störungen des Immunsystems besteht verlässlich jedoch erst ab einer Impfquote von über 95%“, sagt Prof. Dr. med. Thomas Opladen, Kinderarzt am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Heidelberg. „Gerade bei Kindern unter 5 Jahren kommt es besonders häufig zu Komplikationen der Masern. Dazu gehören Mittelohrentzündungen, Lungenentzündungen und Durchfälle. Diese Altersgruppe ist auch besonders gefährdet im Verlauf der Infektion eine Masernenzephalitis zu entwickeln, die in seltenen Fällen sogar tödlich verlaufen kann“, führt Opladen weiter aus.

Nach Angaben der Landesregierung nehmen Masernerkrankungen mittlerweile wieder zu, was umso unverständlicher ist, da sich Deutschland dem WHO-Ziel verschrieben hat, die Masern bis 2020 auszurotten. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist die Zahl der Masern-Fälle in den ersten drei Monaten dieses Jahres weltweit um 300 Prozent gestiegen.

Auch der Vorsitzende der CDU Gemeinderatsfraktion, Dr. Jan Gradel, will sich damit nicht abfinden: „Freiwillige Lösungen sind dann sinnvoll, wenn sie nicht zu einer Gefahr für jene werden, die keinen Impfschutz haben oder erhalten können. An dieser Stelle nehmen Impfgegner die Gefährdung für die Schwächsten unserer Gesellschaft in Kauf. Ich halte es für unverantwortlich, Babys, Schwangere oder Menschen, die nicht geimpft werden können, einem vermeidbaren Risiko auszusetzen. Wir sollten dafür sorgen, dass unsere Kitas ein sicherer Ort für alle Kinder sind. Deshalb müssen wir prüfen, was rechtlich in Heidelberg möglich ist.“

Die CDU Heidelberg setzt sich zudem für eine konsequente Aufklärung und Impf-Information in allen Kitas ein, um Eltern für die Folgen einer Impfverweigerung und der möglichen Erkrankung zu sensibilisieren.

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